Die erfolgreiche Tradition des Weinanbaus in Berlin reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Ein außergewöhnlich kalter Winter im 18. Jahrhundert brachte diese Kultur fast völlig zum Erliegen.
Erst in den 1970er Jahren besinnen sich die Berliner Bürger wieder auf alte Traditionen, und an historischen Standorten wie dem Kreuzberg und dem Humboldthain fing man an, wieder Reben zu pflanzen.
Die Idee, in Prenzlauer Berg einen Weingarten anzulegen, geht auf einen alten Kupferstich zurück. Dieser zeigt Weingärten entlang der Barnim-Hangkante. Und warum sollte es nicht gelingen, in dieser Region wieder erfolgreich Wein anzubauen?

Anlegen des Weingartens. Foto: © W. Krause
1999 wurden 400 Riesling Reben vom Garten Amt des Bezirks in der Nähe des Volksparks Prenzlauer Berg gepflanzt.

Rieslingtrauben im Weingarten Berlin. Foto: © W. Krause
2004 gründete sich der Verein „Weingarten Berlin” e.V., der die Pflege der Rebstöcke übernahm und es sich zur Aufgabe machte, an der Wiederbelebung der Berliner Weingeschichte und der Förderung des Weinanbaus mitzuwirken. Im Jahr 2008 kamen weitere 200 Riesling-Reben dazu sowie ein Sortengarten mit alten und neuen Rebsorten wie Müller-Thurgau, Elbling, Traminer, Weißer Gutedel, Saphira, Helios und Regent.

Rosen als „Weinwächter“. Foto: © W. Krause

Rebschnitt im Weingarten. Foto: © W. Krause

Blick in den Weingarten. Foto: © W. Krause
Als 2003 die erste Weinlese nahte, wurde fieberhaft nach einem Kelterer gesucht, denn es war klar, dass der Verein dieses nicht leisten konnte.

Weinernte im Jahr 2022. Foto: © W. Krause
Ein heißer Tipp führte daraufhin zum Weinhaus Meißen und dem Prinzen zur Lippe. Zu dieser Zeit Inhaber des größten privaten Weingutes in Sachsen.
Es folgte eine lang andauernde Zusammenarbeit. In dieser Zeit lernte der Verein ständig dazu.
Berlin war immer noch kein Weinland in Deutschland, das heißt, der Anbau wurde geduldet, der Wein durfte jedoch nicht gehandelt werden.
Das änderte sich erst 2016, als das Land Berlin vom Land Hessen insgesamt 4 ha Rebrechte erhielt.
Damit ist Berlin wieder als Weinstadt anerkannt und unterliegt dem europäischen Weinrecht. Doch die erhaltenen Weinrechte gehören der untersten Kategorie in der Weinklassifikation an, was sich sehr deutlich auf die Gestaltung des Weinetikettes auswirkt. So darf der Name des Weins in dieser Kategorie weder eine Ortsbezeichnung noch die Sortenbezeichnung „Riesling“ enthalten. Aus diesem Grund ist aus dem „Berliner Riesling Prenzlauer Berg“ ab dem Jahrgang 2016 „Der Besondere“ geworden.

Bacchus mit dem „Besonderen“. Foto: © W. Krause
Auch wenn der Wein nicht mehr „Riesling“ heißen darf, so garantiert der Verein „Weingarten Berlin”e.V. weiterhin die gute Qualität seines Produktes.
Wenn Sie den „Besonderen“ Berliner Wein selbst genießen wollen, kommen Sie zu unseren öffentlichen Veranstaltungen. Auf unserer Webseite www.berliner-riesling.de erhalten Sie dazu Informationen. Hier erfahren Sie auch, wann und wo der Wein erworben werden kann. Vorausgesetzt, diese Rarität ist noch nicht ausgetrunken.

